Römer, Brittenburg und Willibrord
In der Römerzeit bildete der Rhein hier die Nordgrenze des Römischen Reiches, und die Mündung bei Katwijk war ein strategischer Ort.
- Der Limes: entlang des Rheins verlief der Niedergermanische Limes, die Grenze des Reiches; in Katwijk ist sein Verlauf mit Pflastersteinen in der Straße markiert.
- Die Brittenburg: die Römer bauten an der Mündung eine Festung, deren Reste im 15., 16. und 17. Jahrhundert nach Stürmen am Strand zwischen Katwijk und Noordwijk sichtbar waren; schließlich verschlang sie das Meer.
- Caligula (40): der Überlieferung nach ließ Kaiser Caligula im Jahr 40 an dieser Küste einen Leuchtturm bauen und seine Soldaten Muscheln sammeln, auch wenn diese Geschichte ebenso an anderen Küstenorten gesucht wird.
- Römische Funde: bei Ausgrabungen wurden in Katwijk menschliche Überreste, Töpfe, Bronzegegenstände und Glas aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus gefunden.
- Willibrord (690): 690 landete der Missionar Willibrord mit elf Gefährten an der Rheinmündung, von wo aus er das Christentum zu den Friesen brachte.
Die beiden Catwijcken: Fischer, Herren und die Vuurbaak
Im Mittelalter entwickelten sich Katwijk aan den Rijn und Katwijk aan Zee zu einem Bauerndorf und einem Fischerdorf unter einem Herrn.
- Catwijck (1224): 1224 nennt eine Urkunde von Graf Floris IV. erstmals Apud Rhenum Catwijck; der Name stammt möglicherweise vom germanischen Stamm der Chatten oder vom alten Wort kat für ein Fischerboot.
- Die Herren von Wassenaer: die Herrlichkeiten der beiden Catwijcken und 't Zandt gehörten von 1340 bis 1795 größtenteils dem Haus Wassenaer, mit einer Zeit unter den Familien Van Ligne und Van Lyere.
- Fischmarkt am Meer (1388): 1388 wurde der Fischmarkt von Katwijk aan den Rijn nach Katwijk aan Zee verlegt, das zu einem echten Fischerdorf mit engen Gassen gegen den Wind heranwuchs.
- Die Witte Kerk (um 1460): als Katwijk aan Zee um 1460 eine eigene Pfarrei wurde, entstand die Andreaskerk, heute die Witte Kerk; nachdem das Meer im 17. Jahrhundert viele Häuser ringsum verschlungen hatte, stand die Kirche an der Promenade.
- Das Mallegat (1572): 1572 wurde ein Kanal von Katwijk aan den Rijn zum Meer gegraben, der jedoch versandete und als Mallegat endete; erst im 19. Jahrhundert fand das Rheinwasser mit dem Uitwateringskanaal wieder einen Weg ins Meer.
Die Vuurbaak (1605): 1605 erhielt Katwijk von Prinz Moritz die Erlaubnis für ein Leuchtfeuer, auch Vierboet genannt; danach bekam jeder Fischerort an der Küste ein solches Licht, das nur brannte, wenn die eigene Flotte auf See war. Das Fischerleben: das Katwijks Museum in der Voorstraat zeigt Gemälde, Schiffsmodelle und den Alltag im alten Fischerdorf.
Badegäste und die Heringsflotte
Im 19. Jahrhundert kam neues Leben nach Katwijk, dank der gesunden Seeluft und der freien Heringsfischerei.
- Das Groot Badhotel (1845): zwanzig Investoren bauten 1845 das Groot Badhotel, wo der Gemeindearzt H. Polijn Büchner das Seebaden empfahl; die Gäste kamen mit der Postkutsche und später mit dem Omnibus vom Bahnhof in Leiden.
- Blüte und Niedergang: das Hotel wurde 1919 erweitert und modernisiert und blühte bis zum Börsenkrach von 1929, danach wurde es abgerissen.
- Gesunde Seeluft: 1908 kam das Zeehospitium, ein Sanatorium für Rotterdamer Kinder mit Tuberkulose, und 1922 die Leidsche buitenschool, eine Freiluftschule für blasse Stadtkinder.
- Hering auf der Nordsee (1857): das Fischereigesetz von 1857 gab die Heringsfischerei frei, worauf die Katwijker weiter draußen auf der Nordsee fischten; da Katwijk keinen Hafen hat, lagen ihre Schiffe fortan in IJmuiden.
- Die größte Flotte: Ende der 1960er Jahre hatte Katwijk mit 180 Schiffen die größte Fischereiflotte der Niederlande, und die Reederei Parlevliet & Van der Plas wurde zum größten Fischverarbeiter des Landes.
Atlantikwall und das heutige Katwijk
Der Zweite Weltkrieg veränderte das Gesicht von Katwijk aan Zee, danach wuchs das Dorf mit seinen Nachbarn zu einer Gemeinde zusammen.
- Abgerissen für den Atlantikwall: im Krieg rissen die Deutschen einen etwa 200 Meter breiten Streifen Häuser an der Küste ab, um Platz für den Atlantikwall zu schaffen.
- Eine neue Promenade: erst nach dem Krieg bekam die Promenade ihr heutiges Aussehen, mit der Witte Kerk und der Vuurbaak als alten Wahrzeichen.
- Eine Gemeinde: Ende der 1980er Jahre wuchsen Katwijk aan Zee, Katwijk aan den Rijn und Katwijk-Noord zusammen, und seit dem 1. Januar 2006 gehören auch Rijnsburg und Valkenburg zur Gemeinde Katwijk.
- Eigener Charakter: Kirche, Familienbetriebe und Fußball formten lange eine enge Gemeinschaft im alten Dorf, das bis heute eine eigene Atmosphäre hat.





